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18.11.2019

Förderentscheidung Gremium 2Ewige Liebe und schneebedeckte Dörfer

Insgesamt 27 Projekte hat das Gremium 2 der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein in seiner letzten Sitzung des Jahres mit 545.400 Euro unterstützt – darunter eine Langzeitbeobachtung der Hamburger Grimme-Preisträgerin Pia Lenz sowie eine türkisch-deutsche Koproduktion der Firma Riva Filmproduktion aus Ottensen.

Eva ist 83 und Dieter 86. 1951 haben sie das erste Mal zusammen getanzt. Sie haben geheiratet, haben drei Kinder bekommen, eine Tochter verloren. Was bleibt davon – und was zählt jetzt noch? In einer einzigartigen Langzeitbeobachtung erzählt die Hamburger Filmemacherin Pia Lenz in ihrem Dokumentarfilm Komplizen (95.000 Euro, Pier 53 Filmproduktion, Hamburg) das letzte Kapitel dieser großen Liebe. Es sind 134 Drehtage in der Region geplant. Im vergangenen Jahr erhielt Lenz für ihre Dokumentation "Alles gut" den Grimme Preis in der Kategorie "Information und Kultur".

In der türkisch-deutschen Koproduktion Snow and the Bear (93.000 Euro, Riva Filmproduktion, Hamburg) von Regisseurin Selcen Ergun, macht sich die junge Krankenschwester Asli auf den Weg in ein kleines Bergdorf, das durch Schneefall immer weiter von der Außenwelt abgeschnitten wird. Eines Nachts verschwindet ein Mann, mit dem Asli zuvor einen Streit hatte. Sie findet sich inmitten von verworrenen Machtverhältnissen, Geheimnistuerei und inneren Zweifeln wieder.

Weitere Produktionsförderung gibt es für den Dokumentarfilm Dreamers (50.000 Euro, dirk manthey film, Hamburg) von Luc Peter und Stéphanie Barbey. Der Film folgt dem 18-jährigen Carlos, der mit neun Jahren mit seiner mexikanischen Familie illegal nach Chicago kam und bis zu seinem 17. Lebensjahr Aufenthaltsrecht in den USA hatte. Mit seinem 18. Geburtstag änderte sich sein Status: In den Augen des Gesetzes ist er seit diesem Zeitpunkt illegal in den USA. An der israelisch-syrischen Grenze spielt das Drama Passerby (40.000 Euro, Red Balloon Film, Hamburg) von Regisseur und Drehbuchautor Ameer Fakher Eldin, in dem ein 52-jähriger alkoholkranker Landwirt einem verwundeten Soldaten des Syrienkrieges begegnet. Der berühmte Fotograf Thomas Hoepker steht im Zentrum des Dokumentarfilms Hoepker – Beyond Life (40.000 Euro, Granvista Media, Hamburg) des Hamburger Filmemachers Nahuel Lopez. Eine Finanzspritze von 20.000 Euro gibt es außerdem für die Kieler Regisseurin und Drehbuchautorin Hille Norden, die in ihrem Dokumentarfilm Baba: Heimat ist woanders einer syrischen Auswandererfamilie folgt. Ein Hybrid aus Roadmovie und Reisebericht ist Algerian by Accident (20.000 Euro, watchmen productions, Berlin) von Karim Ainouz, in dem der Filmemacher zum ersten Mal nach Algerien reist, das Land seines Vaters.

In der Produktion werden außerdem unterstützt: Berlin Revisited – Sehnsuchtsort Berlin (19.000 Euro, Galeria Alaska Productions, Hamburg) von Jochen Hick, der Kurzfilm Goldküste (12.000 Euro) von Karsten Wiesel, der Dokumentarfilm Die Advokatin (10.000 Euro, Film Five, Berlin) von Filmemacherin Maria Binder, Karim Ashadus Kurzfilm Brown Goods (10.000 Euro) und Geboren im KZ Ravensbrück (7.500 Euro) von Jule von Hertell. Insgesamt erhalten zwölf Projekte Produktionsförderung mit einer Gesamtsumme von 416.500 Euro. Davon gehen 275.000 Euro an sechs Projekte unter weiblicher Regie.

Projektentwicklung gibt es für vier Filme: Den Dokumentarfilm Amalies Schatten (20.000 Euro, Tamtam Film, Hamburg) von Esther Niemeier, Wir, die Wölfe (15.000 Euro) des Hamburger Filmemachers Dario Aguirre, den Dokumentarfilm Störung (10.000 Euro, Kinescope Filmproduktion, Hamburg) von Constantin Hatz und Klassenverhältnisse (Lübeck) von Filmemacher Peter Ott in Höhe von 7.000 Euro. Im Rahmen des Deutsch-Türkischen Co-Production Development Fonds von Medienboard Berlin-Brandenburg, FFHSH und Istanbul Film Festival – Meetings on the Bridge wurde darüber hinaus der Dokumentarfilm Whitewash (20.000 Euro, Jyoti Film) von Regisseur und Drehbuchautor Ahmet Nedcet Cupur in der Projektentwicklung gefördert. Drehbuchförderung in Höhe von 10.000 Euro gibt es für die Coming of Age-Geschichte Dry Country von Malte Thomsen.

Verleih- und Vertriebsförderung bekommt Die Götter von Molenbeek (14.000 Euro, RFF – Real Fiction Filmverleih) von Reetta Huthainen, der ab dem 21. November im Kino zu sehen ist. Abspielförderung erhalten acht Hamburger Kinos in einer Gesamthöhe von 32.900 Euro.

Die detaillierte Übersicht aller geförderten Projekte der Gremium 2-Sitzung ist auf der Webseite der FFHSH abrufbar.

Die Förderentscheidungen haben am Freitag, 25. Oktober 2019, die Gremiumsmitglieder Helge Albers, Birgit Glombitza, Timo Großpietsch, Maike Mia Höhne, Katrin Klamroth und Arne Sommer getroffen.

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